MeteoGroup Messnetz: Kontinuität und Qualität dank Messtechnik und Support der Adolf Thies GmbH & Co. KG

Seit mehr als 70 Jahren entwickelt und produziert die Adolf Thies GmbH & Co. KG - mit Sitz in Göttingen - Sensoren und Systeme zur Messung und Verarbeitung von meteorologischen Parametern. Für die Entwicklung und Produktion der Sensoren stehen als Maxime Präzision und Qualität an oberster Stelle. Auf diesem Gebiet zählt Thies Clima heute zu den führenden Anbietern weltweit.

Alle Thies-Sensoren und -Systeme erfüllen die Anforderungen sowohl nationaler als auch internationaler Wetterdienste und entsprechen den WMO-Richtlinien (World Meteorological Organization) in Genf. Die Entwicklung berücksichtigt immer auch die sich stetig im Wandel begriffenen Anforderungen an meteorologische Daten.

Die Anfänge des heutigen Messnetzes von privaten Wetterstationen liegen weit zurück. Die ersten Wetterstationen wurden im Jahr 1995 in Betrieb genommen. Der weitere Ausbau erfolgte Schritt für Schritt. Seit 2003 arbeitet nun MeteoGroup bei der Erweiterung des Messnetzes sehr eng und erfolgreich mit der Firma Thies zusammen. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit war unter anderem die „MeteoGroup-Standardstation“, die höchsten Ansprüchen genügt.

Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 500 MeteoGroup-Wetterstationen von Thies, weitere 30 Stationen verteilen sich auf die Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Österreich. Zur Sicherung der Messqualität und der Datenübertragung müssen regelmäßige Wartungen durch die Herstellerfirma durchgeführt werden. Für den Service vor Ort wurde Thies-Systems, eine 100% Tochter der Adolf Thies GmbH & Co. KG, gegründet. Andreas Klose ist der Serviceleiter von Thies Systems, er steht uns und unseren Betreibern für technische Fragen zur Verfügung. Das Messnetz-Team hat mit ihm gesprochen.

Andreas Klose – Serviceleiter Thies Systems​

Herr Klose, vielleicht erklären Sie zunächst kurz, worin sich die Wartung durch Thies Systems von der regelmäßigen Pflege durch unsere Stationsbetreiber unterscheidet.

Zunächst: Verschmutzungen entfernen, Bewuchs kurzhalten und den Sommer- bzw. Winterbetrieb an der Station einstellen - ohne diese regelmäßigen Kontrollen und Pflegearbeiten durch die Betreiber könnte eine automatische Wetterstation gar nicht richtig messen. An dieser Stelle auch von uns ein großes Dankeschön.

Um aber wirklich sicher zu sein, dass alle meteorologischen Daten auch richtig erfasst werden, ist neben der routinemäßigen Kontrolle vor Ort eine regelmäßige Wartung der Station durch uns erforderlich. Allerdings sieht man den größten Teil unserer Arbeit leider gar nicht, er findet sozusagen im Inneren der Wetterstation statt. Die Sensoren werden mit Referenzmessgeräten überprüft. Dann kontrollieren wir die Messeingänge des Dataloggers mit Simulatoren, ob die angezeigten Werte auch richtig sind. Für den Winter sind einige Messgeräte mit Heizungen ausgerüstet, auch deren Funktion muss getestet werden. In regelmäßigen Abständen werden Teile getauscht, weil sie einem natürlichen Verschleiß unterliegen oder beim Hersteller kalibriert werden müssen. Festgestellte Mängel bei der Pflege werden mit dem Betreiber vor Ort besprochen. Wir beraten aber auch bei Fragen rund um die Wetterstation oder zur Datenauswertung. Und wir prüfen natürlich im Zusammenhang mit der Wartung, ob der Standort noch meteorologisch geeignet ist. Durch neue Bebauung oder größer werdende Bäume kann sich das im Laufe der Jahre leider nachteilig verändern.

Bei rund 530 Wetterstationen ist es leicht vorstellbar, dass die Planung der über das Jahr verteilten Wartungen einen recht hohen logistischen Aufwand erfordert.

Das stimmt natürlich. Es ist grundsätzlich schon eine logistische Herausforderung, langfristige Termine für Montagearbeiten, Wartungen und kurzfristige Termine für erforderliche Reparaturen miteinander zu planen.

Es gibt ja auch Regionen, die je nach Jahreszeit gar nicht so leicht zu erreichen sind.

Genau. Ich gebe Ihnen einmal zwei Beispiele: Die regelmäßigen Wartungen in den Schweizer Bergen führen wir möglichst nicht im Winter durch und die Anreise zu den deutschen Inseln an Nord- und Ostsee sollte nicht in die Hauptreisezeit während der Ferien im Sommer fallen.

Und wir vom Wetter wissen, dass ja auch die aktuelle Wetterlage manchen Plan durchkreuzen kann.

Oh ja, das kennen wir! Wetterstationen stehen eben auch an besonders exponierten Standorten, um extreme klimatische Ereignisse zu registrieren. Natürlich haben wir bei unserer Planung immer das Wetter im Blick, vor Überraschungen schützt das aber nicht. Blitzeis auf der Straße, die im Hafen bleibende Fähre, der wegen Sturm eingestellte Seilbahnbetrieb oder der Hubschrauber, der bei aufkommendem Nebel nicht fliegt– war alles schon da.

Greift dann Plan B?

Den gibt es leider nicht immer. Da ist dann schon unsere Spontaneität und Flexibilität gefordert. Wenn z.B. keine Fähre fährt, gibt es einfach keine Alternative. Die Servicetechniker müssen dann eine Übernachtung einschieben, oder die Route wird komplett geändert. Natürlich müssen dann unsere Mithelfer an der Station auch neu planen.

Fallen Ihnen Beispiele für besonders abenteuerliche Anreisen ein?
Sie erwähnten schon Fähre und Seilbahn. Wie gelangen Sie denn noch zu den Stationen?

Die meisten Wetterstationen sind immer noch ohne große Mühe über die Straße erreichbar. Die Inseln an Nord-und Ostsee oft mit der Fähre, aber auch mit dem Flugzeug, den Inselfliegern. In den Bergen, so ab 1500m, geht es dann in besonderen Fällen nur noch mit der Seilbahn, dem Hubschrauber oder zu Fuß zur Station. Als echtes Highlight kann ich hier die Konkordiahütte nennen, oberhalb des Aletschgletschers in den Berner Alpen gelegen. Mit dem Hubschrauber hinauf auf 2850m. Oder die Mindelheimer Hütte in den Allgäuer Alpen, hier sind wir auf gute Schuhe angewiesen und Wanderwetter. Man darf natürlich nicht vergessen, dass ja nicht nur unser Servicetechniker zur Station gelangen muss, sondern auch Werkzeug, Prüfgeräte und Ersatzteile.

Welche Probleme müssen denn sonst noch gelöst werden?

Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad ergibt sich teils auch bei der Durchführung der Arbeiten an der Station. Die Windmessung z.B. findet in der Regel auf in 10 Meter Höhe statt, ob an einem Mast, auf einem Dach oder Turm. Diese Arbeiten in großer Höhe erfordern häufig entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, die auch durch das Arbeitsschutzgesetz vorgegeben werden. Daran halten wir uns natürlich. Bei einigen Stationen ist unser Servicetechniker auch auf personelle oder technische Unterstützung durch die Stationsbetreiber angewiesen. Das kann eine Hubarbeitsbühne / Steiger oder Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter sein. Manchmal reicht auch einfach jemand, der tatkräftig mit anpackt. All diese Hilfestellung muss natürlich auch vorab organisiert werden. Und wir sind sehr froh, dass wir uns auf diese Mithilfe verlassen können und alles reibungslos funktioniert.

Ich weiß, dass auf Ihrem Firmengrundstück in Göttingen eine vollausgestattete MeteoGroup-Wetterstation steht. Muss ich mir jetzt vorstellen, dass hier der Serviceleiter Klose persönlich die Wartung macht und regelmäßig in 10 Meter Höhe den Windmesser kontrolliert?

Täglich kontrolliere ich visuell die wichtigsten Sensoren selbst, einmal im Jahr werden auch die Windsensoren in 10m Höhe von mir kontrolliert. Natürlich durch komfortables herablassen des Mastes. Es ist für mich wichtig in der Praxis selbst die Dinge die unsere Techniker vor Ort erledigen hier nachzuvollziehen und diese auch ständig zu optimieren.

Herr Klose, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!

                                                                                               

 

Um aber wirklich sicher zu sein, dass alle meteorologischen Daten auch richtig erfasst werden, ist neben der routinemäßigen Kontrolle vor Ort eine regelmäßige Wartung der Station durch uns erforderlich.